Hawaiianische Namen - Für Jungs und Mädels

Du liebst die hawaiianische Kultur und Sprache so wie wir? Dann bist du bestimmt auch interessiert in diese Übersicht hawaiianischer Vornamen 🙂

Hawaiianische Vornamen sind nicht nur in hawaiianischen Familien beliebt, sondern finden auch großen Anklang bei den restlichen Bewohnern Hawaiis sowie denen der USA.

Authentische hawaiianische Namen sind nicht geschlechtsspezifisch. Die buchstäbliche Bedeutung ist meistens recht eindeutig, aber es gibt oft versteckte, symbolische Bedeutungen, die nur der Familie bekannt sind. Die Ureinwohner Hawaiis betrachteten einen Vornamen als das Eigentum des Trägers, der die Kraft besaß, dem Besitzer des Namens zu helfen oder ihm zu schaden. Genau wie in hawaiianischer Poesie wurden Anspielungen als schöner angesehen als klare Aussagen. Kühle und Regen symbolisieren Glück in einem warmen Klima. Nebel ist ein Symbol für Romantik. “Lei” bedeutet Kind, den ein geliebtes Kind wird wie die Blumenkette Lei auf den Schultern der Eltern getragen. Moderne Eltern tendieren dazu, nüchterner zu sein und ein Kind buchstäblich so zu nennen, wie zum Beispiel in Keikilani oder Kamalani, wobei sowohl “Keiki” als auch “Kama” “Kind” bedeuten.

Traditionelle Namensgebung

Die Ureinwohner Hawaiis kreierten einen neuen Vornamen für jedes neugeborene Baby und gaben dabei sorgfältig auf die Bedeutung acht. Namen offenbarten sich oft in Träumen oder Visionen. Kinder konnten nach Verwandten benannt werden, aber nicht nach Mitgliedern anderer Familien. Hawaii war eine Gesellschaft, die auf Hierarchien wert legte, und Namen mussten zu dem sozialen Status und den angebeteten Göttern einer Familie passen. Namen, die mit Keli’i- (der Häuptling) begannen oder mit -lani (Himmel) aufhörten, waren für Häuptlinge reserviert. Die unterste soziale Schicht, kauwā, durfte nur aus Namen aus der Natur wählen.

Ereignisse, die sich zum Zeitpunkt der Geburt ereigneten, wurden häufig in die Namensgebung eingebunden. Ein bekanntes Beispiel ist Königin Lili’uokalani, deren Name “brennender Schmerz des Himmels” bedeutet. Sie wurde während ihrer Kindheit Lili’u (“brennen”) Kamaka’eha (“das schmerzhafte Auge”) gerufen, ein Name, den sich ihre Großtante Kīnaʻu ausgedacht hatte, die an Augenschmerzen litt.

Eine Person konnte mehrere Namen haben, formelle und informelle, und Namen wurden geändert, wenn sie schädlich schienen. Wenn ein Kind erkrankte, wurde oft schwarze Magie vermutet. Die Eltern änderten dann den Namen ihres Kindes in etwas abstoßendes, um das Kind zu beschützen, wie Pupuka (“hässlich”) oder Kūkae (“Exkrement”). Solche Namen führten nicht zur Verbannung zwischen Hawaiianern, aber Besucher und Touristen waren schockiert.

In Heiratsurkunden des 19. Jahrhunderts finden sich viele solcher Namen, wie zum Beispiel Kama’i (“die Krankheit”), Ka’aihue (“der Dieb”), Kapela (“der Schmutz”) oder Waiwai’ole (“wertlos”).
Trotz dieses Brauchtums hat die Mehrzahl hawaiianischer Vornamen eine angenehme oder beschreibende Bedeutung. Die beliebtesten Vornamen des 19. Jahrhunderts waren laut Aufzeichnungen Kalua (“das zweite Kind, Gefährte”), Keawe (“der Strand”), Kamaka (“das Auge”), Keaka (“der Schatten”), Kealoha (“die Liebe”), ʻŌpūnui (“dicker Bauch”, Zeichen einer hohen sozialen Schicht) und Māhoe (“Zwilling”). Was bei diesen Namen besonders auffällt ist ihre Vielfältigkeit. Ein einzigartiger Name war die Regel, nicht die Ausnahme. Die zehn beliebtesten Vornamen deckten nur vier Prozent der Bevölkerung ab.

Veränderungen durch die westliche Kultur

Nachnamen gab es im ursprünglichen Hawaii nicht. Zu Beginn des westlichen Einflusses durch Missionare adoptierten manche Hawaiianer einen christlichen Vornamen und behielten ihren hawaiianischen Namen als Nachnamen. 1860 unterzeichnete Kamehameha IV ein Gesetz, das der Regulierung von Namen diente. Fortan mussten Hawaiianer den Namen ihres Vaters als Nachnamen benutzen, und allen zukünftigen Kindern musste ein christlicher, also englischer, Vorname gegeben werden. Aus hawaiischen Namen wurden zweite Vornamen. Dieses Gesetz wurde bis 1967 nicht widerrufen.

Nach dem Anschluss Hawaiis an die USA nahm die Kentniss der hawaiianischen Sprache ab. Großeltern war es erlaubt, den nächsten beiden Generationen traditionelle Namen zu geben, aber ein Baby, das in den 2000er Jahren geboren wurde, hatte wahrscheinlich keine Verwandten mehr, deren Muttersprache hawaiianisch war. Vornamen sind stattdessen inspiriert durch bekannte Persönlichkeiten, Mythologie, und populäre Lieder. Trotzdem werden Namen oft durch direkte Vorfahren und andere Familienmitglieder beeinflusst .

Die phonetische Wiedergabe von westlichen Namen wie Kimo (Jim) oder Lāhela (Rachel) erschuf komplett neue Namen. Die Filmindustrie produziert pseudo-hawaiianische Namen in Filmen wie “Aloma, die Tochter der Südsee” (1926) oder “Lilo & Stitch” (2002).
Bei vielen hawaiianischen Worten sind der ‘okina (ein stimmloser, glottaler Plosiv) und der kahakō (ein Zeichen zur Betonung eines Vokals) wichtig für die Bedeutung eines Worts. Diese werden in englischen Texten oft weggelassen oder dort hinzugefügt, wo sie nicht hingehören. Hawaiianische Vokale sollten klar und deutlich ausgesprochen werden.

Beliebte hawaiianische Vornamen und deren Bedeutung

Jedes Jahr entscheiden sich mehr werdende Eltern dafür, ihrem Nachwuchs hawaiianische oder hawaiianisch-inspirierte Vornamen zu geben. Hawaiianische Namen sind generell kurz und melodisch, was sie ideal für Menschen macht, die auf der Suche nach einem einfachen und doch schönen Namen für ihre Kinder sind. Hawaiianische Namen eignen sich auch wunderbar für Doppelnamen, zweite Vornamen und Kosenamen.

Der Name Malia, zum Beispiel, hat in den letzten Jahren stark an Beliebtheit zugenommen, da das der Vorname einer der beiden Töchter Barack Obamas ist. Malia bedeutet “ruhige Gewässer” und ist die hawaiianische Version des Namens Maria. Dieser Name für Mädchen erreichte den Höhepunkt seiner Beliebtheit in 2012 und ist auch heute noch sehr beliebt, genauso wie seine Varianten Malea, Maylea, und Malie.

Kai bedeutet “das Meer” und ist nach wie vor einer der beliebtesten hawaiianischen Jungennamen. Der Jungenname Keanu (oder Keano), was “die kühle Brise” bedeutet, hat aufgrund des Schauspielers Keanu Reeves stark an Beliebtheit zugenommen. Ein nicht ganz so häufiger Jungenname ist Keoni, was “Gott ist gütig” bedeutet. Die ähnlich klingenden Mädchennamen Kiana oder Keana, mit der Bedeutung “Göttin des Monds”, hat in den letzten Jahren an Beliebtheit zugenommen; dieser Name ist die hawaiianische Variante des Mädchennamens Diana.

Weitere beliebte hawaiianische Baby Namen

In 2013 and 2014 enthielten die folgenden Mädchennamen und Jungennamen:

  • Alani – Mädchenname, Bedeutung: “Orangenbaum” oder “Orangenfrucht”
  • Anela – normalerweise ein Mädchenname, Bedeutung: “Engel”
  • Kalea – Mädchenname, Bedeutung: “hell” oder “Freude”
  • Lani (Variante: Lanea) – Mädchenname, Bedeutung: “Himmel”
  • Leilani – Mädchenname, Bedeutung: “himmlisches Kind” oder “himmlische Blumen”
  • Lio – Jungenname, Bedeutung: “Löwe”
  • Luana – Mädchenname, Bedeutung: “glücklich”
  • Malu – Unisex-Name, Bedeutung: “Schutz” oder “Frieden”
  • Moana – Mädchenname, Bedeutung: “Ozean”
  • Nalani – Mädchenname, Bedeutung: “ruhiger Himmel”
  • Neyla – Mädchenname, Bedeutung: “Himmel”
  • Noelani – Mädchenname, Bedeutung: “Nebel des Himmels”