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Hawaii, Inseltraum im Pazifik – Meine 1. Hawaii-Reise

Inhalt

Die Assoziation des Paradieses schlechthin. Der süße Duft der Südsee. Traumstrände und Palmen, durchtrainierte Surfer, warmes Wasser und braungebrannte Inselschönheiten, die blumenbehängt Hula tanzen. Leicht bekleidete Touristen am Strand von Waikiki, die Mai Tai schlürfen. Das Komische an Hawaii ist, das diese Stereotype nicht nur in den Köpfen existieren, sondern tatsächlich so sind wie in unserer Vorstellung. Mich aber ziehen die natürlichen Attraktionen von Hawaii immer wieder in ihren Bann. Über Wasser und unter Wasser. Auf Hawaii findet man etwas, was sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Es ist eine Energie, eine Stimmung und ein Lebensgefühl, welches mich immer wieder zurückkehren lässt. Das muss der sagenumwobene Aloha-Spirit sein. Allerdings hat die Inselkette weit mehr zu bieten als Palmen und Wassersport.

Nirgendwo auf der Welt spielen die 4 Elemente mehr miteinander als auf Hawaii:

Aus Feuer geboren, von Wind und Wellen geformt. Speiende Vulkane. Schnee auf den Gipfeln der 4000er-Berge. 11 verschiedene Klimazonen auf einer Insel. Und natürlich auch hier und da mal Regen. Ohne Regen keine üppige grüne Vegetation. Ohne Regen keine Wasserfälle. Und ohne Regen kein Regenbogen.

“Wenn du auf Hawaii gutes Wetter haben willst, dann warte 5 Minuten oder gehe 100 Meter weiter”, so ein hawaiianisches Sprichwort. Auf Hawaii lernt man, dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Kleidung. Viel Kleidung braucht es auf Hawaii allerdings nicht. T-Shirt, Flip-Flops und Badeshorts reichen im Normalfall aus. Selbst beim Flug auf die anderen Inseln reisen die meisten Urlauber im Strand-Outfit. Den ersten und zweiten Tag braucht man immer zum Runterkommen. Die langen Flüge, der Jetlag, der gewohnte deutsche Verkehrslärm. Auf Hawaii sitzt man dann plötzlich irgendwo im Grünen, wedelnde Palmblätter über sich, ein kühles Bier in der Hand, schöne, leicht bekleidete, freundliche Menschen, warme Luft. Erst dann realisiert man die paradiesischen Zustände.

honolulu hawaii

Warum tu´ ich mir das eigentlich an? Zwischen 17 und 19 Stunden reine Flugzeit, überfüllte amerikanische Flughäfen, 12 Stunden Zeitverschiebung und der damit verbundene Jetlag. Schlechtes amerikanisches Essen, Sicherheitskontrollen und ein Dschungel an Verbotsschildern soweit das Auge reicht. Die Schweiz ist doch auch schön.

Ich tu´ mir das an, weil ich weiß, dass der sagenumwobene Mythos von Hawaii und die Energie der Vulkane therapeutisch wirken. Weil ich die Strapazen der langen Flüge schnell vergessen habe, sobald ich die Inseln betrete. Weil ich vom Aloha-Spirit nicht genug kriegen kann. Weil ich mich danach wieder auf deutsches Essen freue. Die Verbote in Amerika kann man auch mal ignorieren. Sollte man sogar. Und last but not least, weil ich gerne einen sehr guten Freund besuche. Wenn ich zuhause sitze und “One foot on sand” von Justin Young mit seinen hawaiianischen Falsett-Gesängen höre, kommen mir die Tränen, weil ich schweres “Heimweh” bekomme. Man kann wohl sagen, ich bin verliebt.

Meine Leidenschaft für Inseln vulkanischen Ursprungs beginnt 2003, als ich während des Studiums mit meinem guten Freund Uwe nach Lanzarote fliege. Dass die Vulkaninsel zu den Kanaren gehört, wusste ich. Mangels Vorbereitung war das aber auch schon alles. Im Landeanflug unter uns nichts als schwarze Lavafelder und verdörrte Landschaften. So habe ich mir meinen ersten Urlaub im Studium eigentlich nicht vorgestellt. Im Laufe der Woche allerdings verliebe ich mich mehr und mehr in diese Insel.

Der Vulkan-Nationalpark Timanfaya bietet Farben und Landschaften, die ich bisher so noch nicht gesehen habe. Je nach Sonnenstand verfärben sich die schlafenden Krater von Ocker, Orange und Rot bis hin zu Lila. Diese Faszination hat mich bis heute nicht losgelassen. Von da an hatte ich das dringende Verlangen, nicht nur schlafende, sondern auch aktive Vulkane zu erleben. Es gibt kaum Möglichkeiten, bei diesen Kräften der Erde hautnah dabei zu sein. Sind Vulkanausbrüche doch zeitlich sehr begrenzt und vor allem schwer planbar. Nicht so auf Hawaii…

Warum Hawaii?

Als es mir nach dem Studium und dem Tod der Mutter 2003 psychisch nicht gut geht, bekommt das auch mein alter Schulfreund Martin mit. Er ist 2003 mit seiner amerikanischen Frau ausgewandert. Etwas Besseres als die Inseln könne mir in meiner Situation nicht passieren, erzählt er mir. Die Vorstellung, einmal um die Welt zu fliegen, überfordert mich total und ich lehne sein Angebot erstmal dankend ab.

Ein Jahr später kommt das Thema erneut zur Sprache und als ich einer Freundin von meinen Plänen erzähle, ist sie so voller Abenteuerlust, dass wir kurze Zeit später unseren Urlaub für Oktober buchen. Uns erwartet ein langer 32-Stunden-Flug von Frankfurt über Chicago und San Francisco bis nach Honolulu. Die amerikanischen Einreise-Prozeduren und die langen Aufenthalte in Chicago und San Francisco, wo wir übernachten und einige Tage verbringen, kosten uns unzählige Nerven.

Bei der Passkontrolle und den obligatorischen Fingerabdrücken (Nein, es reicht nicht ein Finger, es müssen mehrere sein), kommt man sich vor wie ein potentieller Verbrecher. Die Mitarbeiter des Flughafens arbeiten in einem Tempo, dass man Sorge hat, den Anschlussflug zu verpassen. Und wehe, man gerät bei den zahlreichen Fragen ins Stottern. Warum denn USA, wie lange USA? Und ob man aus terroristischen Gründen einreisen will. Hätte zu gerne mal gewusst, was passiert, wenn ich diese Fragen mit JA beantworte.

florian krauss reisefuehrer

Die letzten 6 Stunden von San Francisco mit Aloha-Airlines, Stewardessen in Hawaii-Blusen und Videos über Hawaii vergehen hingegen buchstäblich wie im Flug. Die Bilder, die wir über die kleinen Monitore sehen, sind atemberaubend. Wir können kaum glauben, dass wir in wenigen Stunden selbst im Paradies sitzen werden. Mittags steuern wir endlich bei strahlendem Sonnenschein Hawaiis Hauptstadt Honolulu an. Schon der Flughafen ist eine Wucht. Viel kleiner als die deutschen und amerikanischen grauen Gebäude, wachsen hier Kokospalmen um und in die Terminals hinein. Trotzdem scheint alles sehr zivilisiert und fortschrittlich. Wir holen unser Gepäck und schließen unseren Freund Martin in die Arme, der uns mit hawaiianischen Leis begrüßt. Diese Art des Willkommen-Heißens mit den geflochtenen Blumenketten war früher jedem Besucher der Inseln vergönnt. Der steigende Tourismus und die damit verbundenen Kosten haben allerdings dazu geführt, diese Tradition abzuschaffen. Trotzdem findet man direkt am Flughafen massenhaft Lei-Stände, an denen hawaiianische Frauen die Blumenketten in mühsamer Handarbeit herstellen. Hat man also, wie wir, Freunde auf den Inseln, so ist dieser Willkommensgruß jedes Mal aufs Neue der Start in einen traumhaften Aufenthalt.

Die Flugrouten- und Zeiten variieren erheblich. War mir bei meinem ersten Besuch als Student noch der Preis wichtig, so sind mir inzwischen kurze Routen lieber geworden. Dabei hat sich das Umsteigen in Amsterdam und Seattle oder die Route über Atlanta als kürzester Weg herausgestellt. Auch in den “Genuss” eines Standby-Tickets, mit dem man nur fliegen kann, wenn Platz ist, bin ich schon gekommen. Genuss allerdings erst auf dem 1. Klasse-Rückflug. Der Hinflug sollte sich als äußerst mühsam herausstellen…

Die erste Woche auf Oahu

Bei meiner ersten Reise habe ich eine gute Freundin, Christiane, mit dabei. Schon auf dem Flug von San Francisco mit Aloha Airlines können wir es kaum fassen, dass wir in 6 Stunden im Paradies sitzen werden. Auf den Displays sehen wir Bilder und Dokumentationen der Inseln. Wie in einem Traum. Die Stewardessen sind meist hawaiianischer Abstammung und servieren uns mit Blumenketten im Haar paradiesische Cocktails. Ohne Alkohol versteht sich. Aber dafür mit paradiesischem Lächeln. Eine rassiger und hübscher als die andere. Christiane bemerkt mein Grinsen und grinst zurück. Der 6-Stunden-Flug vergeht wie im Flug und wir landen in Honolulu. Kokospalmen um uns herum. Dicke Hawaii-Mamas in den Terminals, die Ukulele spielen. Ist ja unfassbar. Und draußen wartet mein alter Schulfreund Martin mit 2 Blumenketten. Die Wiedersehensfreude ist riesig.

Wir fahren in sein gemietetes Häuschen in Kaneohe, wo uns seine amerikanische Frau Dana schon erwartet. Alleine die Fahrt ist unglaublich. Vorbei an der Millionen-Metropole Honolulu, die fast 700.000 Einwohner zählt. Das hat erstmal so gar nichts paradiesisches. Aber schon einige Minuten später sehen wir grün bewucherte Felsketten, Urwald, bunte Blumen. Wie in einem Vergnügungspark. Wir sind reichlich benommen. Nicht nur wegen des Jetlags. Der Abend wird, wie erwartet, mehr als feucht fröhlich und wir feiern bis spät in die Nacht auf der Terrasse mit Blick auf die Kaneohe Bay.

Am nächsten Morgen fahren wir direkt an einen der schönsten Strände der Ostküste. Makapuu Beach. Felsen, Kokospalmen, Body-Surfer, feiner weißer Sand. Und heiß ist es. In dieser Hitze den Kater des Vorabends zu kurieren, ist eine Herausforderung. Also ab ins türkise Wasser. Gleich ums Eck liegt das ehemalige Haus aus der 80er-Jahre-Serie „Magnum“. Ich kann es kaum fassen. Als Kind habe ich immer Tom Selleck bewundert. Was ein Typ. Und wo der sich so rumtreibt. Jetzt bin ich selbst hier.

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Waikiki – Pulsschlag von Oahu

Am nächsten Tag steht Waikiki auf dem Programm. Das Herz von Hawaii. Das Lieblingsziel der Amerikaner. Mit der Copacabana der bekannteste, aber auch überlaufenste Strand der Welt. Wie die Ölsardinen liegen hier meist amerikanische Touristen nebeneinander und teilen sich ein Stückchen Sand. Dazwischen Hotels und Surf-Shops. Trotzdem hat Waikiki Beach einen gewissen Charme. Die lässige Lebenseinstellung überträgt sich auch hier auf den leistungsgeprägten Lebenswandel eines Europäers.
Die Wellen in Waikiki sind nicht besonders hoch, aber sehr breit und rollen bis in Strandnähe aus. Perfekt also für Anfänger. Nachdem ich mich mehrere Jahre vor diesem Sport gedrückt habe, leihe ich mir nun ein Longboard aus, welches mich um fast 2 Meter überragt. Schließlich ist die erste Frage nach meiner Rückkehr immer “Warst surfen?”. Schon das Hinauspaddeln und das ständige Heben des Kopfes ist sehr mühsam und schmerzt schnell in Rücken und Nacken. Man schaukelt im Meer draußen auf und ab und wartet und wartet.

waikiki beach wellenbrecher

Surfen ist für Anfänger wie Lottospielen. Ich bin fast 2 Stunden auf dem Wasser und erwische nur 2 Wellen. Die erste geht schief, auf der zweiten stehe ich nach kurzer Zeit wacklig und geduckt auf meinem 3 Meter-Brett und gleite zumindest für einige Sekunden Richtung Strand. Genug, um einen Eindruck zu bekommen, wie man sich auf den 10-Meter-Wasserbergen an Oahu´s North Shore fühlen muss. Und genug, um mit halbwegs reinem Gewissen meine erstandenen Quicksilver-Surfer-Shirts zu tragen.

Danach dann obligatorisches Poser-Foto an der mit Leis behangenen Statue des Surfmeisters Duke Kahanamoku.

Ich merke allerdings recht schnell, dass beim Surfen für mich Aufwand und Erfolgserlebnis nicht im richtigen Verhältnis stehen und beschließe, meiner großen Leidenschaft, dem Wakeboarden mehr Zeit zu widmen. Dort, wo die meisten Surfbretter verliehen werden, befindet sich auch das historische Royal Hawaiian Hotel, welches wegen seines rosa Anstrichs auch “Pink Palace of the Pacific” genannt wird. In direkter Nachbarschaft kann man im stets überfüllten “Duke´s” Salate, Burger und Mai Tais mit Blick aufs Meer genießen und hawaiianischer Live-Musik lauschen.

Immer abends ab 16.30 startet hier der Katamaran Sunset Cruise. Für 20 Dollar bekommt man einen großartigen Ausblick über die Skyline von Waikiki und Honolulu in der Abendsonne, dazu Cocktails und Bier in Massen. Der Captain und der Bartender sind 2 lustige Burschen. „The more you drink, the funnier we get.“ Dann über “Pacific Manhattan” ein Regenbogen. Dazu kaltes Budweiser und nette Gesellschaft. Der Sonnenuntergang stets malerisch und magisch. So auch das Feuerwerk, welches das ganze Jahr über jeden Freitag stattfindet. Touristen wie Einheimische sitzen am Strand, trinken Bier aus braunen Papiertüten und bestaunen die bunten Raketen mit “Aaaahhhs” und “Oooohhhs”. Die Sonne ist kaum im Meer versunken, da nimmt ein Surfer neben uns eine Welle und gleitet im Handstand auf ihr hinab. Im zarten Rot des Himmels und unter großem Jubel unserer Besatzung. Im Hintergrund die schwarzen Silhouetten anderer Katamarane. Ein Bild, welches sich tief in meinen Gehirnwindungen festgesetzt hat.

surfen handstand

In östlicher Richtung von Waikiki Beach liegt das Waikiki Shell, eine Konzertkuppel, umgeben von grünen Parks und hochgewachsenen Kokospalmen. Hier fand jährlich im Frühjahr das von Jack Johnson initiierte Kokua Festival statt. Leider war ich selbst noch nicht anwesend, durfte aber dafür Sheryl Crow dort erleben. Die Atmosphäre ist einzigartig. Stimmungsvolle Musik, üppige grüne Natur und ein Blick auf die beleuchtete Skyline von Honolulu. Zumindest dann, wenn man das amerikanische Alkohol- und Rauchverbot auf dem gesamten Gelände in Kauf nimmt. Für Freunde des Tabaks und des Gerstensaftes der Kona Brewery ist ein kleiner Holz-Pavillon errichtet worden, nicht größer als 30 qm. Das amerikanische Alkoholverbot in der Öffentlichkeit ist reinste Ironie, wenn man zuvor kopfschüttelnd und ungläubig an den kilometerlangen Bierregalen im Walmart vorbeispaziert ist.

Vom Diamond Head bis Kaneohe

Oberhalb des Waikiki Shell liegt der Diamond Head, ein erloschener Vulkankrater und Wahrzeichen von Honolulu. Der Aufstieg über Pfade und steile Treppen ist schweißtreibend, aber lohnend. Ein frühes Aufbrechen ist empfehlenswert wenn man der Mittagshitze und Massen von Chinesen entgehen will, die grinsend und mit Victory-Zeichen den Kraterrand belagern. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick über ganz Honolulu und die dahinter liegenden Bergketten.

Bei meinem ersten Aufstieg mit Martin springt plötzlich ein Hawaiianer aus dem Busch und überredet mich, ein Diamond Head-T-Shirt zur Rettung des Kraters zu erwerben. Vorkasse versteht sich. Das Shirt werde dann zugeschickt. Meine Zweifel halten sich komischerweise in Grenzen und ich gebe dem Buschmann 20 $. Martin schüttelt sich vor Lachen. Meine Schwäche für Hawaii-Souvenirs würde mich irgendwann in den Ruin treiben, erklärt er mir. Ich glaube trotzdem fest daran, dass mir mein Shirt zugeschickt wird. Vom Diamond Head bis zu Martin´s Haus sind es keine 10 Minuten zu Fuß. Das T-Shirt braucht 2,5 Wochen. Geht doch.

Ein weiterer Touristenmagnet ist die Hanauma Bay, ein versunkener Vulkankrater, in dem sich bunte Fische und Hawaiian Sea Turtles tummeln. Das Wasser ist extrem flach und ich schlitze mir am Riff den Unterschenkel auf. Das Blut fließt in Strömen. So komme ich tatsächlich in den Genuss von Baywatch. Leider rettet mich nur ein muskulöser Rettungsschwimmer. Pamela Anderson ist weit und breit nicht zu sehen. Der Strand und das Riff sind dermaßen überlaufen, dass ich schnellstens weiterfahre zum Halona Blowhole.

hanauma bay hawaii

Hier zeigt der Pazifik, was in ihm steckt. Man kann stundenlang zusehen, wie die Wellen brechen und sich durch alte Lavaröhren schieben. Es wird auch nach längerer Zeit nicht langweilig. 5 Minuten weiter Richtung Osten befindet sich einer der gefährlichsten Strände für Schwimmer: Sandy Beach. Passender Name für einen Sandstrand, wie ich finde. Offensichtlich auch sehr heiß. Ich bekomme so viel Sonne ab, dass ich abends glühe. Durch den Passatwind merkt man das nur leider erst, wenn’s zu spät ist. Die 3 Meter-Wellen und tollkühnen Bodyboarder sind eine Freude zum Anschauen. Schwimmen ist hier jedoch aufgrund der Strömungen und Wellen nicht zu empfehlen.

Ein weiterer guter Spot für Bodyboarder ist Makapu-Beach. Das Blau des Ozeans im Kontrast zu grünen Palmen und der dunklen Felswand ist dermaßen atemberaubend, dass ich im Halteverbot parken muss, um es digital festzuhalten. Ich wünsche mir Yvonne herbei und schicke ihr immer wieder Fotos von Traumständen per SMS. Sollte man bleiben lassen. Einige Tage später erhalte ich meine Handyrechnung über 374,- €. Ich liege danach in der Sonne und realisiere mit Musik auf den Ohren erst mal wieder, wo ich bin. Weiter Richtung Norden findet man Traumstrände wie Waimanalo Beach, Kailua Beach und Lanikai Beach. Feinen weißen Sand, türkises Wasser und Kokospalmen wissen hier nicht nur die Bewohner, sondern auch Touristen, Familien und Heiratswütige zu schätzen. Michelle Pfeiffer übrigens auch.

Ein weiteres Highlight von Oahu sind die Kaneohe Sand Bars. Besonders am Wochenende schippern die Einheimischen mit Kajak oder Boot einen Kilometer ins Meer hinaus, um dort Volleyball zu spielen oder Barbecue zu genießen. Bei Ebbe entstehen dort Sandbänke, die als Ausflugsziel genutzt werden.

Unser 2-Mann-Kajak bietet mehr Platz als vermutet. Wir starten mit 3 Personen, Martin´s Hund Sophie, Grill, Campingstühlen und Cooler mit Fleisch, Würstchen und Getränken. Die Berge der Kualoa-Ranch erscheinen unwirklich wie eine Fata Morgana in der Ferne.

kaneohe sand bars mit kajak

Kauai – wir kommen!

Nachdem Christiane und ich 5 wundervolle Tage mit Martin und Dana auf Oahu verbracht haben, ziehen wir weiter nach Kauai, der kleinsten, mit einem Alter von etwa 6 Millionen Jahren aber auch ältesten der Hawaii-Inseln. Dabei sieht sie jünger aus als die anderen, weil hier weniger Tourismus verbreitet ist als auf Oahu, Maui oder Big Island. Aufgrund ihrer üppigen Vegetation wird sie auch als Garteninsel bezeichnet. Auf einer Fläche von knapp 1435 km² bietet sie eine Vielfalt von Landschaftsformen und beherbergt etwa 72.000 Einwohner. Die Inselhauptstadt ist Līhuʻe mit 6100 Einwohnern. Das Gebiet um den 1569 m hohen Waiʻaleʻale ist mit durchschnittlich 11.684 mm Jahresniederschlag einer der regenreichsten Punkte der Erde.

Die gezackten und üppig bewachsenen Klippen der Na Pali-Coast (übersetzt: „Die Klippe“) im Norden von Kauaʻi stehen im starken Kontrast zu der trockeneren Westseite, die durch den Waimea Canyon geprägt ist (der auch als Grand Canyon des Pazifik bezeichnet wird). Der Großteil der Küste wird von Sandstränden mit Korallenriffen umsäumt. Poʻipū an der sonnigen, regenarmen Südseite ist die wichtigste Urlaubsregion mit Hotelanlagen und Ferienwohnungen. Dort befindet sich auch Spouting Horn, eine im Meer endende Lavaröhre, die bei ausreichendem Wellengang ein geysirähnliches Naturschauspiel bietet.

Unsere Reiseroute sieht vor, dass wir uns für jeweils 2 Nächte an 3 unterschiedlichen Locations einquartieren. So vergeht weniger Zeit fürs Autofahren. Gute Planung ist alles. Ich habe uns vor der Reise bereits Unterkünfte in der Kokee Lodge im Kokee State Park an der Westküste, eine in Wailua an der Ostküste und eine an der North Shore besorgt.

Kokee State Park & Kalalau Lookout

Erster Stopp ist der Kokee State Park mit seinem bombastischen Waimea Canyon. Der Abstecher in den Süden lohnt sich. Durch den sogenannten Tree Tunnel, eine Straße, die durch hohe Eukalyptusbäume führt, erreicht man das kleine Städtchen Koloa. Wir unternehmen einen kurzen Abstecher zum Spouting Horn, einer unterirdischen Lavaröhre, die die Brandung wie bei einem Geysir mehrere Meter in die Höhe spritzen lässt. Östlich des familiären Poipu Beach erkunden wir die vielfältige schroffe Gegend um Mahaulepu, an dessen Klippen sich Harrison Ford und Anne Heche in “6 Tage, 7 Nächte” auf der Flucht vor Piraten ins Meer stürzen. Die langen Strände sind über Nadelwälder und Sanddünen zu erreichen, die von der Sonne dermaßen aufgeheizt sind, dass ich fast Brandblasen an den Füßen bekomme. Im Schatten einiger Bäume picknicken wir an einem verlassenen Strandabschnitt des Gillin´s Beach und genießen die unglaublich leuchtende türkise Farbe des Ozeans. Hierher verirren sich kaum Touristen, nur ein paar Locals treffen sich zum Angeln.

reisebericht kauai

Danach fahren wir in den Kokee State Park. Die Fahrt dorthin ist traumhaft und gibt immer wieder Blicke auf den Waimea Canyon frei. Wenn man in den „Cabins“ der Kokee Lodge übernachten will, sollte man allerdings vorher in Waimea einkaufen.

Waimea gibt es übrigens massenhaft: Einmal auf Kauai, einmal im Norden Big Islands und die legendäre Waimea Bay an Oahu´s Nordküste.

Die Cabins sind voll ausgestattet mit Kühlschrank, offenem Kamin und Küche, Einkaufsmöglichkeiten gibt es im Park oben allerdings nicht. Die Kokee Lodge beherbergt aber ein Restaurant mit Sandwiches, welches allerdings am frühen Abend schließt. Dann ist man auf sich allein gestellt. Auch macht es Sinn, sich in Wintermonaten mit Feuerholz einzudecken, weil die Nächte dort oben sehr kalt werden können. Die frische Luft am nächsten Morgen ist traumhaft und klar. Außer Vogelgesang ist es in diesem tollen Stückchen Natur völlig still, fast schon unheimlich.

kokee lodge kauai logo
kokee lodge cabin

Wir erkunden die Gegend und fahren zum Sonnenuntergang ganz nach oben um den Kalalau Lookout zu besuchen. Soll wohl einer der schönsten Ausblicke auf allen Inseln sein. Da aber gleich ums Eck der „wettest spot on earth“ liegt, ist alles wolkenverhangen. Man sieht nichts. Gar nichts.

Große Enttäuschung macht sich breit. Und dann kommt der Wind. Eisig. Ungemütlich. Christiane zieht sich ins Auto zurück. Was ein Pech für sie. Die starken Böen schieben Wolken und Nebel zur Seite und geben den Blick frei auf die schönsten Klippen der Welt. Ich kann mein Glück kaum fassen.

Die grünen Kämme des Kalalau Valleys färben sich in der untergehenden Sonne rot. Schattenspiele dazu. Es ist so schön, dass ich feuchte Augen bekomme. Ich kann mich kaum lösen, MUSS aber Christiane holen. Ich renne zum Parkplatz und scheuche sie aus dem Auto. Sie ist schlecht drauf wegen des ungemütlichen Wetters. Ich verspreche ihr ein Weltwunder. Kaum steht sie mit mir auf der Aussichtsplattform, ändert sich ihre Laune um 180 Grad. Sie kann es wie ich kaum fassen, welch traumhafter Ausblick sich uns bietet.

kalalau lookout kauai

Am nächsten Tag spazieren wir noch ein wenig durch den Kokee State Park und schießen Fotos des bunten Waimea Canyons. Leider müssen wir danach schon weiter zu unserer nächsten Unterkunft in Wailua.

Erst jetzt entdecke ich, dass sich der gesamte Canyon erwandern lässt und mir wird schlagartig bewusst, dass ich mindestens ein zweites Mal nach Hawaii reisen muss um hier oben mehr Zeit zu verbringen.

Ich fürchte, es gibt massenhaft zu entdecken außer ein paar Lookouts, die man mit dem Auto anfährt…

waimea canyon kauai

Wailua River

Vermutlich eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten, wenn man am Flughafen von Lihue landet. Liegen die Wailua Falls nur etwa 10 min entfernt. Die Wasserfälle sind ausgeschildert, man hält auf einer Wendeplatte und kann sie von oben bestaunen. Es macht Sinn, früh morgens oder in den Abendstunden zu kommen, weil ab 10.00 Uhr massenhaft Touristenbusse dort halten, massenhaft Chinesen aussteigen und massenhaft Fotos mit massenhaft Victory-Zeichen schießen. Durch die Selfie Sticks sind somit die Wasserfälle kaum mehr zu sehen. 😉

Ein viel größeres (aber eigentlich verbotenes) Vergnügen sind die Wasserfälle von unten. Dazu mehr auf meinen folgenden Reisen der nächsten Jahre…

wailua river waterfall

Nordküste Kauai

Bei meinem ersten Besuch 2007 übernachte ich mit Christiane im YMCA für 10 $ die Nacht. Die direkt am Strand liegende große Wiese mit Volleyballfeld und gemütlich aussehenden grünen Holzhütten entpuppt sich als Kakerlaken-Nest. Ich bin den ganzen Abend damit beschäftigt, die krabbelnden Viecher aus der Hütte zu kehren. Mitten in der Nacht packen wir kurzerhand unsere Sachen zusammen und versuchen auf dem Picknick-Tisch zu schlafen. Auch das gelingt uns nicht wegen des unbeschreiblichen Sternenhimmels. Aufgrund mangelnder Großstadtlichter leuchtet der Himmel hier doppelt so hell wie in Deutschland. Dieser Anblick macht uns trotz wenig Bier total betrunken und wir fühlen uns reichlich benommen. Am frühen Morgen werde ich von einer großen Kröte in der Dusche überrascht und bevorzuge deswegen den Ozean in der Morgensonne.

Der Morgen auf Hawaii ist die schönste Zeit des Tages. Die Ruhe und Gelassenheit, die der Archipel ausstrahlt, hat etwas Vollkommenes. Das Licht ist meist magisch und taucht die üppige Natur in Farben, wie man sie in Deutschland nur selten zu Gesicht bekommt. Ich bin daher um 7 auf den Beinen und fahre zum weltbekannten Lumahei-Beach, den ich in der Morgensonne ohne Menschen fotografieren will. Das gelingt mir nicht, es fängt an zu regnen. Unter einem Felsvorsprung finde ich ein trockenes Plätzchen. Meine Stimmung ist genauso trüb wie das Wetter. Enttäuscht mache ich mich auf den Weg zu meiner Wanderung auf dem Okolehao Trail und stehe plötzlich wieder in strahlendem Sonnenschein. Der Trail startet am Ende des Hanalei Valley und führt mich durch sattes Grün. Ich steige steil empor und erreiche einen ersten Aussichtspunkt, der einen wunderbaren Ausblick über die sichelförmige Hanalei Bay freigibt. Der Schweiß fließt in Strömen. Anstrengung macht glücklich. Euphorisch laufe ich weiter. Ich will ganz tief in die Na Molokama-Berge eintauchen, die mir sämtliche Grüntöne bieten. Der Trail schafft mich. Trotzdem laufe ich weiter bis knapp unter die Wolken, bis es mir dann doch zu steil und rutschig wird. Über mir sehe ich diverse Helikopter, die gehfaule Touristen durch die Klippen chauffieren. 150 $ für eine halbe Stunde Flug? Nix für mich. Ich mache mich auf den steilen Rückweg. Noch schnell ein Sandwich gekauft und zurück an den Lumahei-Beach, der jetzt in seinen prächtigsten Farben erscheint. Goldener Sand, schwarze Lavafelsen und türkises Wasser. Ich hätte noch so viel vorgehabt, werde aber dermaßen müde, dass ich mich zuhause aufs Sofa lege und vor mich hindöse.

hanalei valley kauai

Big Island – noch ein letztes Mal Inselhüpfen

Big Island ist mit rund 10.433 km² und etwa 175.000 Bewohnern die größte Insel des Archipels und gleichzeitig die größte Insel der Vereinigten Staaten. Big Island wird dominiert durch den Vulkanismus, zum einen durch die beiden benachbarten Vulkane Mauna Loa und Mauna Kea, zum anderen durch den hochaktiven Kilauea, der durch einen festsitzenden Hot-Spot im Erdmantel entstanden ist. Südlich von Big Island ist inzwischen die nächste Insel im Anmarsch. 900 Meter unter der Meeresoberfläche gelegen, wächst “Loihi” jedes Jahr ein paar Zentimeter und wird in etwa 10.000 Jahren das Licht der Welt erblicken. Werde ich vermutlich nicht mehr erleben. Ich fühle mich aber als Namens-Pate und nenne die Insel “Floihi”.

Durch die langanhaltende Aktivität der Vulkane auf Big Island gibt es besonders im Süden der Insel zahlreiche schwarze und sogar grüne Lavasand-Strände.

Big Island ist extrem vielfältig: Speiende Vulkane, Wasserfälle, einsame Täler, glasklare Schnorchelbuchten. Fortschrittliche Städte wie Hilo mit eigener Universität, aber auch Hippie-Dörfer wie Kalapana machen Big Island zu einem besonderen Erlebnis. Größte Berühmtheit erlangte Big Island wohl als Austragungsort des jährlich stattfindenden Ironman in Kailua-Kona an der sonnigen Westküste.

Volcanoes National Park

Das wohl spektakulärste Naturereignis bietet der Volcano-Nationalpark im Süden von Big Island inmitten eines riesigen Regenwaldes. Völlig unwissend fahren wir bei meinem ersten Besuch auf Big Island den Crater Rim Drive entlang, besuchen die Thurston Lava Tube und umrunden somit den riesigen Halemaumau-Krater, Residenz von Pele, der hawaiianischen Göttin des Feuers und der Vulkane. Am Rande des Kraters findet man hawaiianische Lei-Blumenketten oder Gin-Flaschen, die die Inselbewohner niederlegen, um Feuergöttin Pele zu besänftigen.

pele feuergoettin blumenketten lei

Mehr als ein paar wenige rauchende Schwefelbänke an den Sulphur Banks sind jedoch bei unserem Besuch nicht zu sehen. Zudem erfahren wir im Visitors Center, dass momentan keine aktiven Lavaflüsse zu finden sind. Wir erreichen schließlich die Chain of Craters Road, die an der Küste entlang bis nach Kalapana geführt hat, bis sie im Laufe der letzten Jahre von der Lava verschüttet wurde.

Christiane, Martin und ich nächtigen im „Volcano Hale“, einem urigen Holzhaus mitten im Regenwald. Dort treffen wir ein französisches Pärchen, dass uns erzählt, dass sie eine Eruption von der Chain of Craters Road aus beobachtet haben. Voller Euphorie entscheiden wir uns, nachts um 2 aufzustehen. Der Wecker reißt uns aus dem Schlaf und wir müssen feststellen, dass es in Strömen regnet. Dazu so dichter Nebel, dass man die Hand vor Augen nicht sieht. Wir entscheiden uns, liegenzubleiben. Wie sich später herausstellt, war die Eruption auch nur ein weit entferntes Glühen des unzugänglichen hochaktiven PuuOo-Kraters.

Ich bin total enttäuscht, nur alte schwarze Lava zu sehen und mein erster, aber dennoch großartiger Hawaii-Urlaub naht sich dem Ende, ohne die Kraft der Natur erlebt zu haben. Zur Entschädigung überrascht uns aber kurz vor unserer Abreise ein kurzes Erdbeben. Die Frühstücksteller und der Kronleuchter wackeln für Sekunden. Direkt unter einem Hotspot sei das normal, erzählt uns grinsend der Betreiber unseres Bed & Breakfast. Zuhause angekommen, ein Blick auf die Observatoriums-Seiten des Kilauea.

Es ist inzwischen wie Zähneputzen: Jeden Morgen beim Abrufen meiner Mails will ich wissen, was Feuergöttin Pele so treibt.

Nächster Stopp ist die Hauptstadt Hilo an der Ostküste. Big Island hat 2 Hauptstädte und 2 Flughäfen. Hilo im Osten, Kona im Westen. Richtung Norden lohnt sich ein Abstecher zu den Rainbow Falls. Bei richtigem Stand der Sonne soll es hier ein schönes Naturschauspiel über den Wassermassen geben. Den richtigen Stand der Sonne habe ich allerdings auch nach meinem siebten Besuch noch nicht erlebt.

So fahren wir weiter Richtung Akaka Falls, die sich im grünen Dickicht über 130 Meter in die Tiefe stürzen. Im Western-Städtchen Waimea besichtigen wir die Parker Ranch, die größte Rinderherde der Vereinigten Staaten. Wir haben Glück und erleben ein hawaiianisches Rodeo. Abends essen wir in einem urigen Lokal typisch amerikanische Burger. Die Bedienung kann es kaum fassen, dass ich zum Bier auch noch einen Baileys bestelle. Herrengedeck scheint hier etwas unüblich. Dazu Live-Country-Musik von 3 lokalen Musikern.

rainbow falls big island hawaii
akaka falls big island

2007 bin ich das erste Mal mit Christiane und Martin in Waimea. Er hat frei und fliegt nach Big Island, um uns die größte der Hawaii-Inseln zu zeigen. Ich freu mich riesig. Martin entdeckt auf einem Schild die Ankündigung eines Oktoberfestes. Heute Abend. Was für ein Glück. Christiane und ich sind froh, den deutschen Gewohnheiten für eine Weile entfliehen zu können. Für Martin, der nur alle 2 Jahre seine Heimat besucht, kann es offensichtlich nichts Schöneres geben. Ihm zuliebe also ab aufs Oktoberfest. Mit großem Grauen beobachten wir, wie amerikanische Dorfbewohner das schale Bier zapfen. Nicht einmal Maßkrüge gibt es. Die kleinen Plastikbecher stehen dabei 30 cm unter dem Zapfhahn, mehr als Schaum bekommen die meisten Gäste nicht serviert. Als sich herumspricht, dass wir “real Germans” sind, stehen wir kurz darauf selbst hinter der Theke. Unser Freundeskreis an diesem Abend ist gigantisch. 😉 Feiern können sie, die Hawaiianer. Bierzapfen und Henderl braten hingegen nicht. Auch nicht nach unserem Crashkurs. Das muss man offensichtlich in den Genen haben.

Waipio Valley

Von Waimea aus erreicht man nach wenigen Meilen den Waipio-Valley-Lookout. Ein schöneres und ursprünglicheres Tal habe ich auf allen Inseln nicht gesehen. Vielleicht auch deswegen, weil ein Tsunami vor nicht allzu langer Zeit dort alles überschwemmt hat. Bei meinem ersten Besuch noch mit 4-whell-drive unterwegs, müssen wir Jahre später mit Wanderstöcken die äußerst steile Straße hinunter. Unten angekommen finden wir uns in einer verwunschenen frischen Oase wieder. Ein echter Garten Eden in Grün, Rot und Rosa. Fast schon beunruhigende Stille um uns herum. Dicke Hawaiianer, die sich im braunen Waipio-River waschen. Und es duftet nach bunten Blumen. Wir erreichen meinen Lieblingsplatz, wo sich das kleine Waipio Flüsschen den Weg durchs grüne Dickicht bahnt. Die wenigen Bewohner des Tals fahren mit ihren Quads durchs Wasser, protzige Jeeps werden für Werbespots abgelichtet. Außerdem streunen hier Wildpferde umher, die sich streicheln lassen. Ich würde gerne tiefer ins Tal eintauchen, um einen 150-Meter-Wasserfall zu erkunden. Doch ein echter Hawaiianer fährt mit seinem Quad extra nah an meinen Füssen vorbei und macht mich mit einem „Ey man, this is private property!“ auf sein Privateigentum aufmerksam. Die Metallschilder, die Privateigentum kennzeichnen, sollte man ernstnehmen und respektieren. Dafür entschädigt uns ein schwarzer menschenleerer Sandstrand. Den steilen Aufstieg zum Lookout wollen wir uns ersparen. Finger raus reicht und wir sitzen sofort auf der Ladefläche eines Pick-ups. Die selbstverständliche Hilfsbereitschaft der Einwohner überrascht uns jedes Mal aufs Neue.

waipio valley big island
waipio valley black sand beach

Mauna Kea – höchster Berg der Welt

Mit über 4200 Metern gehört der Mauna Kea, welchen wir zum Sonnenaufgang erleben wollen, zu den höchsten Erhebungen des hawaiianischen Archipels. Vom Meeresgrund aus gemessen zählt er mit 10.203 Metern sogar als höchster Berg der Erde. Wegen seinem hohen Gewicht ist der Fuß des Vulkans in den Meeresboden eingesackt und misst insgesamt 17.000 Meter! Von Hilo aus nehmen wir die bekannte Saddle Road, die sich durch die Mitte von Big Island schlängelt. Vorbei an Kakteenfeldern, durch grünen Regenwald und weite Steppen erreichen wir im Morgengrauen den Gipfel des Mauna Kea. Eigentlich sollte man auf der Hälfte der Strecke halten, um sich zu akklimatisieren. Die Aussicht auf einen der schönsten Sonnenaufgänge der Welt lässt uns allerdings durchfahren. Oben angekommen macht sich die schnelle Fahrt direkt bemerkbar. Die Luft ist äußerst dünn. Besonders Martin führt sich auf, als hätte er getrunken. Der Sonnenaufgang über den Wolken ist bombastisch. Klarere Luft habe ich noch nicht erlebt. Und saukalt ist es. Das habe ich unterschätzt. Im Winter liegt Schnee auf dem Gipfel. Ein besonderes Erlebnis muss es sein, zum Sonnenaufgang die rosa angestrahlten Krater mit Ski oder Snowboard hinunterzufahren. Eine Stunde später liegen wir wieder bei 28 Grad am Strand. Big Island ist mit seinen 11 von 13 Klimazonen einzigartig.

mauna kea view

Green Sand Beach & South Point

Am South Point, dem südlichsten Punkt der USA, stürze ich mich 2007 mit Martin von den 10 Meter hohen Klippen. Trotz der rostigen Leiter, die nicht sonderlich vertrauenserweckend aussieht und wieder nach oben führt.

Ganz in der Nähe befindet sich auch der Ka Lae Green Sand Beach, ein aus Olivinkristallen gebildeter einsamer Strand, der nur mit einem Jeep oder zu Fuß durch hügelige Landschaft zu erreichen ist.

green sand beach big island hawaii
cliff jump green sand beach south point

Und so endete meine erste Reise nach Hawaii, doch ich komme wieder! Was ich dabei alles erlebe und mehr Storys findet ihr hier.

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Fotos (c) Florian Krauss

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