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Hawaii-Kona-Sonnenuntergang
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Hawaii? Ja, wenn’s denn auf dem Weg liegt – Weltreise Reisebericht

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Einmal um die ganze Welt.

Das war unser Traum nach dem Studium beziehungsweise zwischen zwei Jobs, den wir uns vor gut zwei Jahren erfüllten. Zugegeben, da wir nur drei Monate Zeit hatten, musste diese Weltreise im Schnelldurchlauf geschehen.

Aber so verrückt wie wir uns während der Wochen der Planung auch gemacht haben – sollten wir nicht dies oder jenes noch mitnehmen, können wir wirklich dies oder jenes auslassen? – so zufrieden sind wir im Rückblick mit unserem Erlebnis. So wie irgendwie immer im Leben geht es doch auch beim Planen einer Reise darum, erstens Entscheidungen zu treffen. Um dann zweitens das Beste daraus zu machen. Ja, Recherche hilft und Empfehlungen helfen sehr. Aber wie soll man vorher schon wissen, wie es einem ganz persönlich taugt irgendwo zu sein, wo man noch nie war? Reisen ins Unbekannte erfordern also nicht nur Mut (und das nötige Budget, gar keine Frage), sondern auch eine gewisse Lockerheit, Offenheit, Neugierde. Zumindest mir geht es so: wenn ich in einem neuen Land bin, versuche ich loszulassen. Weniger vergleichen, weniger bewerten, sondern – so gut es die begrenzte Zeit zulässt – mit allen Sinnen einzutauchen in das Fremde.

Doch zurück zur unausweichlichen Planung unserer gar nicht so üppigen und deswegen so kostbaren Zeit. Ein Ziel stand für uns beide fest, das war Neuseeland. Nach einer wunderschönen Reise nach Japan zwei Jahre zuvor wollte ich wiederum auch unbedingt eine weitere Seite Asiens kennenlernen. Südostasien lag da natürlich nahe, da so viele Flüge von Neuseeland zurück nach Europa über Bangkok gehen.

Was nicht auf unserer Bucket-Liste stand: Hawaii. Sicher, auch wir hatten ein paar Bilder im Kopf wenn wir an Hawaii dachten. Aber bis dahin hatten wir nie den ausgesprochenen Wunsch, dort einmal zu sein.

Eine gute Freundin von uns ist seit vielen Jahren Flugbegleiterin und war schon überall und hat uns diesen „kurzen Zwischenstopp“ wärmstens ans Herz gelegt. Wenn wir doch eh nach Neuseeland wollten, warum dann nicht einfach über Westen, sprich die USA, um Asien dann auf dem Rückweg zu besuchen?

Also, ja, warum denn nicht?

Hawaii war also kein jahrelanger Traum. Aber, Spoiler, Hawaii ist es wohin wir uns heute noch oft zurück träumen. Das klingt ganz schön kitschig, ich weiß. Aber viele Hawaii-Erinnerungen, auch ganz kleine, haben sich in uns beide einfach ganz schön tief eingegraben. Die Inselgruppe im Pazifik hat es uns richtig gut getan.

Fernweh in Corona-Zeiten

Übrigens: Ich schreibe diesen Text 2021 mitten im zweiten Corona-Lockdown. An Reisen ist momentan natürlich nicht zu denken, seit fast einem Jahr haben wir ja nicht einmal Freundinnen in anderen Städten für ein längeres Wochenende besucht. Die Corona-Zeit wirkt sich auf so viele Bereiche unseres Lebens aus und ist gesellschaftlich eine große Herausforderung. Niemandem tut sie gut, aber uns geht es dabei vergleichsweise okay. Dass wir momentan nicht durch die Welt reisen ist ein Verzicht, der in Anbetracht der vielen richtigen Probleme vieler anderer Menschen nicht so wehtut.

Mir geht es momentan aber oft so, dass ich ziemlich bunte Flashbacks habe zu den schönsten Erlebnissen, die ich weltweit in den letzten Jahren erfahren durfte. Was für ein Privileg! Dafür bin ich sehr dankbar. Kleine freundliche Gedanken, die unerwartet auftauchen: die Erinnerung an das Zwitschern der Vögel auf Big Island oder der Geschmack frisch aus dem Garten geernteter Ananas gehören dazu. Auch an die tollen Landschaften Neuseelands oder Schnapsabende mit Fremden in Prag denke ich momentan viel öfter als früher.

Around-the-World

Unsere Reise einmal Around-the-World, immer gen Westen, sah letzten Endes so aus: Erst sind wir eine Woche in Kalifornien. Zunächst in San Franciso, dann beziehen wir (günstiger, aber auch cool) ein Airbnb in Oakland und erkunden von hier aus die Bay Area.

Dann geht es weiter nach Hawaii, wo wir gut zwei Wochen Zeit haben, um im Anschluss sechs Wochen Neuseeland kennenzulernen. Hier arbeiten wir erst ein paar Tage auf der Nordinsel, den Rest der Zeit verbringen wir mit einem geliehenen Camper auf der Südinsel. Den Abschluss unserer Reise bilden vier Wochen in Thailand und Kambodscha.

Auf unseren „Warum-denn-Nicht-Zwischenstopp“ Hawaii nehme ich euch jetzt gerne mit.

Wobei die Hawaii-Erfahrung auch schon ein bisschen in San Francisco startet:

Bei einem Spaziergang rund um Marina und Fort geraten wir zufällig auf eine Art Straßen- bzw. Hafenfest. Um uns rum ertönen hawaiianische Gesänge, die Menschen tragen Blumenketten, viele von ihnen sind Hawaiianerinnen und Hawaiianer. Den Grund für das Fest haben wir nicht ganz herausfinden können, es geht wohl um ein Segelschiff, dass von Hawaii startend, an diesem Tag in San Francisco ankommt und fröhlich begrüßt wird. Uns fasziniert vor allem die freundliche Atmosphäre und irgendwie spüren wir schon hier einen gewissen hawaiianischen Spirit. Und so stimmen wir uns zufällig mitten in einer kalifornischen Metropole schon auf die nächste Destination unserer Reise ein. Hawaii, in wenigen Tagen würden wir selbst dort sein.

Hawai’i

Zwei Wochen sind wir auf Hawaii, am entlegensten Flecken der Welt. Geografisch gesehen. Denn keine andere Inselgruppe ist so weit entfernt vom Festland. Nach Kalifornien sind es etwa 4.000 Kilometer (der Flug dorthin war also, auch von San Francisco aus, kein schnelles Rüberhoppen), nach Japan etwa 6.000 Kilometer.

Die „Nähe“ zu Japan können wir zumindest kulinarisch genießen. Immer stärker je weiter nördlich wir fliegen, um die drei größten Inseln Big Island (Hawaii), Maui und O’ahu zu besuchen. Und ja, mit jeder Insel wird es auch touristischer – Honolulu mit seinem Traumstrand Waikiki wird da die wuselige Krönung – aber auch abgefahren schön! Wir sind nicht alleine auf unbekannten Pfaden unterwegs, nein. Aber gerade auf Big Island ist es angenehm entspannt. Hier beginnt unsere Hawaii-Reise.

Big Island: Die sich wandelnde Insel

Auf Big Island lernen wir Hawaii kennen. Wir landen in Kona und bereits der offene, un-überdachte Flughafen begrüßt uns freundlich. Könnte er sprechen, würde er wahrscheinlich so etwas sagen wie: „So, das ist Hawaii, das ist Entspannung, das ist Urlaub. Hang loose!“. Selbst die Autovermietung hier klappt gleich unkompliziert und entspannt. Niemand versucht uns eine zusätzliche Versicherung anzudrehen, niemand ist gestresst. Wer zum Zynismus neigt könnte hier an dieser Stelle schon befürchten, nach fünf Stunden Flug über nichts als Wasser, in einem Klischee gelandet zu sein. Aber nein, wir lassen uns drauf ein, wir wollen das jetzt so. Das wird uns gut tun.

Gar nicht so weit vom Flughafen entfernt, etwas südlich von der Stadt Kona, beziehen wir unser Airbnb, das einen eigenen Artikel wert wäre. Unser Host heißt Megan, sie ist Festlandamerikanerin und hat sich vor vielen Jahren ganz bewusst für das Leben auf dieser Insel entschieden. Wir leben alle zusammen unter einem Dach, so dass Megan für uns immer eine gute Ansprechpartnerin ist. Morgens praktizieren wir zusammen Yoga im bunten Garten des Hauses, zwischen Ananaspflanzen und wunderschönen Geckos mit türkisfarbenem Lidschatten, abends trinken wir zusammen Rotwein im Mondlicht und schauen in einen so klaren Sternenhimmel, wie man ihn fast nur hier auf Hawaii bewundern kann.

Wir freuen uns auf alles was kommt. Auf Big Island unternehmen wir jeden Tag Ausflüge mit unserem Mietwagen und erkunden diese wirklich große, wahnsinnig interessante Insel.

Die Vulkane die alle hawaiianischen Inseln formen – aktiv aber nur noch auf Big Island sind – machen sie sowohl saftig grün und sanft. Und an anderen Stellen wieder lavaschwarz, steinig und dampfend.

Das hat uns wahrscheinlich am Meisten fasziniert: diese Vielfalt.

Und, was dabei so super spannend ist: die Insel verändert sich laufend. Das liegt an dem aktiven Vulkan Kilauea. Der sorgt dafür, dass die Insel jedes Jahr wächst. Wir sind im Jahr 2018 dort, wenige Monate nach einem Ausbruch des Kilaueas. Bewohner aus dem Ostteil der Insel erzählen uns, wie ihre Häuser in dieser Zeit in Gefahr waren und wie der Ausbruch ganze Küstenabschnitte neu gestaltete: Strände verschwanden, neue entstanden, es war zu beobachten wie Wale auf einmal neue Wege schwammen.

Wir wandern viel auf Big Island. Das heißt aber oft, dass wir zunächst einige Meilen im Auto zurücklegen müssen, denn die Insel ist groß. Autofahren, auch einmal für zwei, drei Stunden, ist auf Hawaii aber zum Glück gar nicht schlimm. Es gibt so viel zu sehen und die Landschaften können sich erstaunlich schnell wandeln. Außerdem gibt es immer wieder kleine Verkaufsstände, an denen wir uns mit frischem Obst, Säften oder köstlichem Bananenbrot stärken können. Die folgenden Ausflugsziele haben uns, neben dem Trip in den Nationalpark des Kilauea (wo die Erde dampft und die Krater-Plattform, einige Monate nach dem letzten Ausbruch, nicht mehr existiert) besonders gut gefallen:

  • Die Wanderung zur Bucht Captain Cook
  • Der entspanntere, kurze Spaziergang ins wahnsinnig schöne Polulu Valley
  • Der sehr steile Weg runter ins Waipio Valley – und mit zitternden Knien auch wieder hoch

Zum Schnorcheln ist für uns Anfänger die Honaunau Bay perfekt, eine knappe Stunde südlich von Kona. Der englische Namen Two Steps verrät auch warum: An vielen Stellen ist der Einstieg ins Wasser ziemlich einfach. Ein Stein ist geformt wie zwei Stufen, hier geht es besonders gut rein. Wir bleiben immer in Riffnähe und bekommen trotzdem, auch ohne tief zu tauchen, einen guten Eindruck der wunderschönen, bunten Unterwasserwelt Hawaiis.

Zum Bodyboarden zieht es uns häufig an den Magic Sands Beach, wenige Meilen südlich von Kona. Unser Airbnb liegt sehr nahe und die Bucht ist einfach schön zum Plantschen, besonders am Nachmittag und in der langsam untergehenden Sonne.

So weite, weiße Strände wie wir eine Woche später auf Maui entdecken, gibt es auf Big Island nicht. Aber super interessante wie den Punalu’u Beach (auch: Turtle Beach genannt) mit seinem schwarzen Sand (vulkanisches Gestein) – und ja, mit Schildkröten. Hier haben wir unsere erste Begegnung mit den bekannten Grünen Meeresschildkröten.

Übrigens: Kulinarisch wird uns auch nicht langweilig. Unser Host hat zum Glück jede Menge Empfehlungen, wenn sie uns nicht gerade selbst ein tolles, vegetarisches Loco Mono zaubert. So probieren wir verschiedene Bars Restaurants in und um Kona aus, das auch bekannt für seinen Kaffee ist. Und auch das heimische Kona-Bier mögen wir sehr – alle vier Sorten.

Maui: Bilderbuch-Tage

Nach etwa einer Woche fliegen wir weiter nach Maui. Und der Flug dorthin in der Propellermaschine für acht Passagiere ist schon ein Erlebnis. Er dauert zwar nur 30 Minuten, aber macht echt Spaß und erlaubt uns einen schönen letzten Blick auf Big Island.

Auf Maui suchen wir uns ein Airbnb in Paia, einer kleinen, aber sehr belebten Stadt im Norden der Insel. In Paia wimmelt es von Surferinnen und Surfern, jungen Menschen, Shoppingmöglichkeiten und gutem Essen.

In unserer Unterkunft geht es dieses Mal anonymer zu. Unseren Host lernen wir nur kennen, weil wir an einem Tag Hilfe beim Überbrücken unseres Mietwagens benötigen. Mit weniger Insiderwissen als auf Big Island sind wir also in den nächsten Tagen unterwegs. Aber auch die Tipps aus den Reiseführern & hawaiiurlaub.de führen uns an tolle Orte und nur wenige davon empfinden wir als unangenehm überlaufen.

Natürlich fahren auch wir die Road to Hana, baden hier unter Wasserfällen und futtern uns einen ganzen Tag lang die Straße bis nach Hana durch, mit einem kurzen Abstecher zum Red Sand Beach – bis mir auf dem Rückweg allerdings doch etwas übel wird. Auf der Road ist es voll, keine Frage. Da wird es einfach ein bisschen auch Glückssache, welche Spots man sich anschauen kann. Entweder man findet eine Parkbucht am Straßenrand – oder eben nicht.

An einigen Spots, die ich gerne gesehen hätte, müssen wir vorbeifahren. Aber auch das ist vollkommen in Ordnung. Die vielen Stände und schönen Ecken bieten genug Angebot, um aus unserem Tag einen sehr schönen zu machen.

An den anderen Tagen fahren wir zu den vielen atemberaubenden Stränden der Insel, die natürlich auch kein Geheimtipp sind, essen Poké und lassen uns treiben. Nach solchen Ausflugstagen fahren wir dann noch oft zum Ho’okipa Beach Park etwas nördlich von Paia und beobachten die Surferinnen und Schildkröten im Sonnenuntergang.

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Überhaupt: Die Sonne, der Mond, die frühen und späteren Tageszeiten auf Hawaii verzaubern uns. Wenn möglich, versuchen wir entweder für Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang besondere Orte zu finden – und die gibt’s, wenn man nur ein bisschen herumfährt und herumfragt, zu Hauf. Der Sonnenaufgang auf dem Vulkan Haleakala ist intensiv, fordert unsere Geduld und warme Kleidung, ist dabei alle Mühe wert. Sicher, auch kein Geheimtipp. Im Gegenteil: Touristinnen und Touristen werden, sobald von der Aussichtsplattform aus die allerersten Sonnenstrahlen des neuen Tages zu erahnen sind, mit hawaiianischen Gesängen begleitet. Der Moment bleibt für uns trotz der vielen anderen Menschen besonders atmosphärisch!

O’ahu: Spannend anders

Um weiter nach Neuseeland (mit Umsteigen auf Hihi) zu kommen müssen wir vom Honolulu International Airport fliegen. Also verbringen wir die letzten zwei, drei Tage auf O’ahu. Wir wissen, die anderen Inseln hätten auch noch Einiges zu bieten gehabt und jeder erfahrene Hawaii-Urlauber empfiehlt uns wärmstens, doch nach Kauai zu fliegen. Aber wie gesagt, wir mussten Entscheidungen treffen.

Und die paar Tage in Honolulu bereue ich nicht. Der Kontrast zu den entspannten Tagen auf Big Island, wo wir viel seltener anderen Touristinnen und Touristen begegnet sind, ist enorm. Aber auch spannend. Wir gehen japanisch essen, unternehmen kleinere Wanderungen vom Hotel aus, da wir hier ohne Mietwagen unterwegs sind.

Sehr, sehr lustig, aber auch herausfordernd für uns Balance-Banausen wird das Stand-Up-Paddeln am Waikiki-Beach, wo uns die Wellen immer wieder ins Wasser werfen.

Die Reise geht weiter

Von O’ahu also geht es dann weiter. Wir überfliegen die Datumsgrenze und den Äquator, um im neuseeländischen Frühling zu landen. Dem Pazifik bleiben wir also treu, müssen aber fortan etwas frösteln oder uns eben mit den schönen Erinnerungen an Hawaii wärmen. Davon gibt’s glücklicherweise genug.


Fotos & Video (c) Franziska Christ

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